Pilotprojekte

Swiss Patient Access Pilot (SPAP)

Akteure
Projektinitiatoren sind SGMO, Roche und BMS, begleitet von einem Nationalen Advisory Committee bestehend aus Vertretern seitens Oncosuisse, Krebsliga, Vertrauensärzte, Curafutura, Santesuisse, Interpharma. Takeda und Pfizer sind dem Projekt im Januar 2020 beigetreten, weitere Pharmafirmen sind willkommen.

Ziel
Der Swiss Patient Access Pilot (SPAP) ist eine gemeinsame Aktion von mehreren Akteuren im Schweizer Gesundheitswesen, die sich für einen schnellen und gleichberechtigten Zugang zu modernen, medizinisch indizierten Krebstherapien einsetzen. Mit dem SPAP sollen die Ungleichheiten und Ineffizienzen des auf Art. 71 KVV basierenden Vergütungsverfahrens beseitigt und alternative Lösungen aufgezeigt werden.

Das Ziel des SPAP-Projektes ist es,

• den uneingeschränkten Zugang zu medizinisch indizierten Krebsmedikamenten für alle Patienten in der Schweiz zu gewährleisten, indem wir
• die ungleiche Behandlung von Fällen entsprechend Art. 71 beseitigen und
• einen nationalen Dialog einleiten, um den Prozess und dadurch die Qualität der Bearbeitung von Patientenfällen durch einen Expert Council zu verbessern.

Vorgehen
Der behandelnde Arzt kann eine Vergütung im Rahmen des SPAP-Projektes beantragen, wenn

• die Krankenversicherung ein Kostengutsprachegesuch zur relevanten Therapie auch nach Wiedererwägung abgelehnt hat
• keine andere, zweckmässige Behandlungslösung verfügbar ist
• die Behandlung gemäss Art. 71 medizinisch notwendig ist, also eine Erkrankung mit einem tödlichen oder schweren chronischen Verlauf vorliegt.

Die Antragsstellung erfolgt unter https://www.swisspap.info/. Das SPAP Sekretariat prüft, ob die Unterlagen vollständig und die Bedingungen erfüllt sind. Unter Einbezug eines unabhängigen Expertengremiums der SGMO wird die medizinische Indikationsstellung geprüft und schnellstmöglich, i.d.R. innerhalb von 7 Tagen, ein Therapieentscheid gefällt.

Das Pilotprojekt SPAP zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
• Unbürokratischer und schneller Prozess
• Überprüfung der Anträge durch ein Expertengremium, durch die SGMO gestellt
• Therapie ist sichergestellt: Der behandelnde Arzt therapiert so lange, wie es als medizinisch nötig und sinnvoll erachtet wird
• Vollumfänglicher Schutz der Daten ist gewährleistet.

Das Projekt wird von einer nationalen Gruppe, bestehend aus Vertretern von wichtigen Interessengruppen des schweizerischen Gesundheitssystems, strategisch betreut und begleitet.

Zeitraum
April 2019 bis September 2020

Status
Aktuell (29.01.2020): 38 gutgeheissene Anträge